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Der Ernährungsbericht 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bestätigt: Nach wie vor nehmen die Menschen in Deutschland zu wenig Folsäure zu sich. Auch in Bayern erreicht ein Großteil der Bevölkerung nicht die empfohlene Zufuhr des wichtigen B-Vitamins. Dabei wäre es ganz einfach, diesen Vitaminmangel durch eine konsequente, gezielte Ernährung zu beheben. Unbestritten ist mittlerweile, dass eine angemessene Folatversorgung in der Frühschwangerschaft die Häufigkeit angeborener Neuralrohrdefekte um ca. 70 % senken kann. Neuere Studien lassen zudem weitere präventive Effekte für die Allgemeinbevölkerung erwarten. Deshalb ist es dem bayerischen Gesund-heitsministerium ein besonderes Anliegen, die "Bayerische Folatinitiative" im Rahmen von Gesund.Leben.Bayern. zu unterstützen. Allen Beteiligten, die dieser Initiative zum Erfolg verhelfen, danken wir an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement Mit freundlichen Grüßen


Dr. Otmar Bernhard
, MdL

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PDF-Version der Broschüre zum Herunterladen (PDF 900 KB)
Folatvorkommen in verschiedenen Lebensmitteln (PDF 79 KB)
Folatreiche Lebensmittel (PDF 42 KB)
Programm der Auftaktveranstaltung der bayerischen Folatinitiative, 13. Juli 2005, (PDF 16 KB)
Gesunde Kinder durch Folat, Abstract des Vortrags von Univ.-Prof. Dr. med. Berthold Koletzko, (PDF 17 KB)
Folat/Folsäure das B-Vitamin, sein Stoffwechsel und seine weitreichende Schutzfunktion bis hinein in die Bereiche Neurologie (Demenz) und Onkologie, Abstract des Vortrags von K. Pietrzik, (PDF 14 KB)
Folat bewusste Ernährung, Abstract des Vortrags von Dipl. oec. troph. Ursula Aubele, (PDF 19 KB)
Schutzfunktion in der Kardiologie, Abstract des Vortrags von Prof. Dr. Clemens von Schacky, (PDF 13 KB)
 
 

"Prävention von Anfang an"
Auftaktveranstaltung zur Bayerischen Folatinitiative

Caroline Link, erfolgreiche Filmemacherin und Oskar-Preisträgerin, Trägerin des Bayerischen Verdienstordens

Grußwort zur Auftaktveranstaltung der Bayerischen Folatinitiative

Die Gesundheit und das Glück unserer Kinder ist das Wertvollste, was sich Eltern wünschen können. Damit ihr Leben einen guten Start hat, müssen wir als Eltern verantwortungsvoll etwas dafür tun. Wissenschaftliche Forschung und Aufklärung gehören zur "Prävention von Anfang an", für die sich die Bayerische Folatinitiative und die Stiftung Kindergesundheit einsetzen. Gerne unterstütze ich diese Aktion mit dem Ziel, in der gesamten Bevölkerung die Versorgung mit diesem wichtigen Vitamin zu verbessern, denn Folat schützt vor angeborenen Fehlbildungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und anderen Gesundheitsschäden. Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Baustein unseres Lebens, dem wir Beachtung schenken sollten.

Ich wünsche der Folatinitiative viel Erfolg bei Ihren wichtigen Anliegen!

Signatur Caroline Link
(Caroline Link)
spacer Foto Caroline Link
 
 
Die Bayerische Folatinitiative

Folat/Folsäure ist ein äußerst flüchtiges Vitamin. Durch langes Kochen oder längere Lagerung reduziert sich der natürlich vorkommende Gehalt in der Nahrung. Darüber hinaus haben sich unsere Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten geändert und eine täglich ausreichende Versorgung mit Folat/Folsäure ist nicht immer sicher gestellt. Als lebensnotwendiges Vitamin ist es in der Bevölkerung noch nicht sehr bekannt. Die vorbeugenden Eigenschaften des Vitamins vor und während der Schwangerschaft - wichtig zur Verhinderung von schweren Missbildungen des Säuglings - sind in zahlreichen Studien bewiesen. Aber auch Kinder, Jugendliche und alle anderen Erwachsenen benötigen täglich das Vitamin. Die Bayerische Folatinitiative möchte aufzeigen, wie bedeutsam Folat in der Prävention ist und bittet alle im Gesundheitswesen Tätigen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Bitte unterstützen Sie uns!
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Das Vitamin Folat/Folsäure

Folat oder Folsäure - Vitamin mit verschiedenen Erscheinungsformen

Folat/Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, das 1941 entdeckt und zum ersten Mal aus Spinatblättern gewonnen werden konnte. Daher leitet sich sein Name von "folium" ab, lat.: das Blatt. Folatreich sind vor allem Blattgemüse wie Spinat, Salat, Weißkohl, aber auch Tomaten, Orangen und Vollkorngetreide. Leber und Eier sind ebenfalls gute Folatquellen. Weitere Informationen über den Folatgehalt von Lebensmitteln finden Sie auf Seite 15 f.
 
Für den Körper ist Folat nicht gleich Folsäure

Die in der Nahrung vorkommenden Folate und die synthetisch hergestellte Folsäure (z.B. in Form von Tabletten) unterscheiden sich leicht in ihrer chemischen Form. Während die Folsäure komplett verdaut werden kann, wird Folat nicht so gut aufgenommen. Aus diesem Grund kann nur etwa die Hälfte des zu sich genommenen Folats verwertet werden, während die Folsäure nahezu vollständig vom Körper verarbeitet wird. Für den Körper gilt daher: Die Wirkung von 1 Mikrogramm Folat entspricht der von 0,5 Mikrogramm Folsäure.
 
Folat (Folsäure) ist ein für den Stoffwechsel sehr wichtiges Vitamin

Folat = "natürlich" vorkommende Form der Folsäure

1 Mikrogramm Folat = 0,5 Mikrogramm Folsäure
 
 
Folat/Folsäure - wichtig für den Stoffwechsel

Hinter dem Begriff Folsäure verbirgt sich eine Gruppe von Stoffen mit ähnlichem chemischen Aufbau und gleicher Vitaminwirkung. Als Folat werden die Abkömmlinge der Folsäure bezeichnet, wie sie natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen. Folsäure spielt eine Schlüsselrolle bei lebenswichtigen Stoffwechselvorgängen: Sie kann kleine Kohlenstoff-Einheiten übertragen, die bei verschiedenen Stoffwechselreaktionen wichtig sind. Außerdem ist das Vitamin für die Herstellung von Nukleinsäuren nötig, den Bausteinen unserer Gene. Gewebe wie das Knochenmark, das die Blutzellen herstellt, oder die Schleimhäute zum Beipiel des Darms oder der Gebärmutter sind besonders auf die Folsäure angewiesen. Bei der Blutbildung steht Folsäure in enger Verbindung mit Vitamin B12 und Eisen, bei anderen Stoffwechselaufgaben mit Vitamin B6 und B12.
 
Folat - empfindlicher als eine Mimose

Obwohl viele Lebensmittel Folat enthalten, ist die Versorgungslage in Deutschland nicht ausreichend. Das hat mehrere Ursachen. Folat ist sehr empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff. Da es sehr wasserlöslich ist, geht es beim Garen stark ins Kochwasser über. Aus diesen Gründen kann der Folatgehalt in Lebensmitteln durch langes Kochen oder Garen oder bei falscher Lagerung um bis zu 90 Prozent sinken. Versuchen Sie deshalb, Ihre Lebensmittel kurz und schonend zu garen und möglichst viel Obst und Gemüse roh zu essen.
 
Vor allem in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist Folat enthalten

durch langes Kochen und Garen gehen bis 90 % des Folats verloren

daher: kurz und schonend garen
und möglichst viel Obst und Gemüse roh essen
 
 
Wie viel Folat/Folsäure brauchen wir?

Gesunde Jugendliche und Erwachsene sollten gemäß den D-A-CHReferenzwerten1 täglich 400 Mikrogramm Folat zu sich nehmen (entspricht 200 Mikrogramm Folsäure).
1  D-A-CH-Referenzwerte sind die wissenschaftlichen Aussagen und Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. und der entsprechenden Fachgesellschaften Österreichs und der Schweiz: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage, Umschau Braus Verlag, Frankfurt, 2000
 
Nehmen wir genug Folat/Folsäure zu uns?

In Deutschland erreichen erwachsene Männer im Schnitt nicht einmal zwei Drittel, Frauen nur etwas mehr als die Hälfte der empfohlenen Folatmenge von 400 Mikrogramm (µg) pro Tag. Auch die Daten der bayerischen Verzehrstudie zeigten, dass die durchschnittliche tägliche Folatzufuhr nur zwischen 35-54 Prozent des von der DGE empfohlenen Wertes von 400 Mikrogramm liegt (Bayrisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, 2004). Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren nehmen durchschnittlich nur rund 50 Prozent der notwendigen Tagesration auf, obwohl das Folat für Wachstum und Entwicklung besonders entscheidend ist. Die Ursache: Die Deutschen essen zu wenig Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Dagegen bevorzugen sie verarbeitete Lebensmittel, in denen Folat/Folsäure in geringeren Mengen enthalten oder durch Verarbeitung verloren gegangen ist. Die Folgen einer unzureichenden Folat/Folsäureversorgung sind vielfältig und werden in den folgenden Kapiteln beschrieben. Anzeichen einer Unterversorgung können zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Gereiztheit sein. Bei ausgeprägtem Folat/Folsäuremangel, kommt es zu einer bestimmten Form von Blutarmut, der megaloblastischen Anämie.
 
 
Folat/Folsäure und Schwangerschaft

Schutz vor Fehlbildungen

Folat/Folsäure spielt für den Verlauf der Schwangerschaft und die Gesundheit des Ungeborenen eine sehr wichtige Rolle. Zu wenig Folat/Folsäure erhöht das Risiko für zum Teil lebensbedrohliche Fehlbildungen des Kindes wie einen Defekt am so genannten Neuralrohr, der späteren Wirbelsäule. Das Neuralrohr ist eine der ersten, zentralen Anlagen des Nervensystems beim Ungeborenen. Aus ihm entwickeln sich unter anderem Gehirn und Rückenmark. Es wird in den ersten vier Wochen nach der Empfängnis angelegt. Schließt sich das Neuralrohr nicht vollständig, kommt es zu Defekten wie dem "offenen Rücken" (Spina bifida) oder das Gehirn wird nicht oder nur unzureichend ausgebildet (Anenzephalie). Kinder mit Anenzephalie haben praktisch keine Überlebenschance. Dagegen überleben heute viele Neugeborene mit "offenem Rücken", wobei sie meist lebenslang stark behindert sind. Auch andere konsistente Fehlbildungen wie Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten ("Hasenscharte") oder angeborene Herzfehler und Down-Syndrom ("Mongolismus") treten bei Folat/Folsäuremangel häufiger auf.
 
Ausreichend Folat/Folsäure schon vor der Empfängnis

Die ersten Schwangerschaftswochen sind ganz entscheidend für die Gesundheit des Babys. Zahlreiche Studien belegen, wie wichtig es ist, dass Frauen vor der Schwangerschaft und in der Frühschwangerschaft ausreichend Folat/Folsäure aufnehmen. Daher besteht die dringende Empfehlung mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft und dann in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten, zusätzlich zu der in den D-A-CH-Referenzwerten für Schwangere genannten Menge von 600 Mikrogramm Folat über 6 7 die Nahrung (entspricht 300 Mikrogramm Folsäure) noch 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Form von Tabletten einzunehmen.
 
Folat/Folsäure ist für die gesunde Entwicklung des Kindes wichtig

Folat/Folsäure senkt das Risiko für Fehlbildungen des Kindes

Während der Schwangerschaft ist der Folat/Folsäurebedarf erhöht

Wenn eine Schwangerschaft geplant ist, sollte eine zusätzliche Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure vor der Schwangerschaft und während der ersten drei Schwangerschaftsmonate erfolgen

Wenn Sie die Pille genommen haben:
Pille absetzen > Folsäuretabletten nehmen
 
Folsäure reduziert das Risiko einer wiederholten Fehlbildung

Bei Frauen, die schon ein Kind mit Neuralrohrdefekt haben, ist das Wiederholungs-Risiko um das 10- bis 20fache erhöht. Auch hier zeigen Forschungsergebnisse, dass sich das Risiko für ein erneutes Auftreten durch Folsäuregabe stark verringern lässt. Daher sollten die betroffenen Frauen bereits vor einer weiteren Empfängnis sogar eine höhere Dosis von 4 Milligramm (das entspricht 4.000 Mikrogramm) Folsäure pro Tag in Tablettenform zu sich nehmen, um die Gefahr eines Neuralrohrdefektes beim nächsten Kind zu vermeiden.
 
Folat/Folsäure verhütet "Hasenscharten" und andere Fehlbildungen beim Ungeborenen

Einige wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass Frauen, die schon vor der Empfängnis Folsäure-Tabletten eingenommen haben, ein um 50 bis 65 Prozent geringeres Risiko des Ungeborenen für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten ("Hasenscharten") haben und das Risiko für einen angeborenen Herzfehler um die Hälfte sinkt. Auch die Rate von fehlerhaft ausgebildeten Harnwegen verringerte sich durch Folsäuregabe, selbst wenn diese erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgte
 
 
Folat/Folsäure und Herz-Kreislauf-Krankheiten

In Deutschland stirbt fast jeder Zweite an einer Herz-Kreislauf- Krankheit wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Herz-Kreislauf-Krankheiten sind damit die Todesursache Nummer 1. Wer übergewichtig ist, einen zu hohen Blutdruck, zu hohe Blutzuckerwerte oder zu hohe Blutfettwerte hat, raucht, sich wenig bewegt oder viel Stress ausgesetzt ist, ist besonders gefährdet. Diese Risikofaktoren sind für fast jeden zweiten Krankheitsfall verantwortlich. Es gibt jedoch auch einen neu entdeckten weiteren Risikofaktor: Die Aminosäure Homocystein, ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel.
 
Homocystein - Risikofaktor für Herzinfarkt und Co

Homocystein ist ein Eiweißbaustein, der bei Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper entsteht und normalerweise schnell wieder abgebaut wird. Wenn dieser Abbau nicht in ausreichendem Maße stattfindet, führt das zu einem erhöhten Homocysteinspiegel im Blut. Damit Homocystein abgebaut werden kann, sind drei Vitamine notwendig: Folat/Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Ein Mangel an einem oder mehreren dieser Vitamine führt daher zu einem erhöhten Homocysteinspiegel.

Warum sind höhere Homocysteinspiegel gefährlich? Zuviel Homocystein schädigt die Zellen an den Innenwänden der Blutgefäße und kann zu Thrombosen führen. Das Risiko für die Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"), Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt. In vielen Studien konnte dieser Zusammenhang gezeigt werden, von den Studienteilnehmern mit höheren Homocysteinspiegeln erlitt eine größere Anzahl einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als von den Studienteilnehmer mit niedrigen Homocysteinspiegeln.

 
Folsäure kann den Homocysteinspiegel senken

Die Gabe von Folsäure - alleine oder in Kombination mit den Vitaminen B6 und B12 - führt zu einer Senkung der Homocysteinspiegel im Blut. Je höher der Homocysteinspiegel zu Beginn ist, desto größer ist der Senkungseffekt. Dies gilt auch für Personen, die anscheinend nicht unter einem Vitaminmangel leiden. (Näheres zu den Vitaminen B6 und B12 können sie in den Internet-Seiten der deutschen Gesellschaft für Ernährung erfahren:
www.dge.de oder über das Verbraucherschutzinformationssystem der Bayerischen Staatsregierung www.vis-ernaehrung.bayern.de) In ersten Studien hat sich gezeigt, dass sich das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen tatsächlich durch eine ausreichende Folsäureeinnahme günstig beeinflussen lässt. Eine ausreichende Aufnahme von Folsäure, Vitamin B6 und B12 trägt so zum Erhalt der Herz-Kreislauf-Gesundheit bei.
Bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, ist eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu empfehlen. Für einen zusätzlichen Gewinn durch eine zusätzliche Einnahme von Folsäure Supplementen gaben die bislang vorliegenden Studien keinen Anhalt.
 
Erhöhte Homocysteinspiegel im Blut sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Folat/Folsäure trägt zu einem normalen Homocysteinspiegel im Blut bei

Folat/Folsäure hilft das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren

Was kann man sonst noch tun, um seine Herz-Kreislauf-Gesundheit zu fördern?

Natürlich kann man noch viel mehr tun, um auch im Alter ein starkes Herz und gesunde Gefäße zu haben. Vermeiden Sie die wichtigsten Risikofaktoren wie das Rauchen, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel sowie Bluthochdruck. Durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität können Sie Ihr Körpergewicht und Ihren Stoffwechsel positiv beeinflussen. Außerdem sollten Sie ihre Blutwerte und ihren Blutdruck regelmäßig von ihrem Hausarzt kontrollieren lassen.
 
 
Schützt Folat/Folsäure vor Krebs?

Krebskrankheiten sind in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Krankheiten die zweithäufigste Todesursache. Krebsgeschwüre entstehen, wenn die Erbinformationen (DNA) in den Zellen geschädigt werden und diese Veränderungen von den körpereigenen Reparatursystemen nicht behoben werden können. Die Zellen können dann entarten und unkontrolliert wachsen, wobei sie anderes Körpergewebe oder Organe schädigen. Eine erbliche Vorbelastung sowie Lebensgewohnheiten wie Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss oder zu geringe Ballaststoffaufnahme erhöhen das Risiko für verschiedene Krebskrankheiten.
 
Folat/Folsäure bewahrt die Erbinformationen

Folat/Folsäure ist am Aufbau und an der Reparatur der DNA beteiligt. Wer zu wenig Folat/Folsäure aufnimmt, hat daher möglicherweise ein höheres Risiko für Krebskrankheiten. Dieser Zusammenhang stützt sich auf zahlreiche Beobachtungsstudien, bei denen zum Beispiel eine geringe Folat/Folsäureaufnahme mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs einherging. In einer amerikanischen Studie mit über 88.000 Frauen sank das Risiko von Dickdarmkrebs um 75 Prozent bei den Frauen, die über 15 Jahre hinweg täglich ein Multivitaminpräparat mit über 400 Mikrogramm Folsäure eingenommen hatten. Allerdings bestehen hier noch viele Wissenslücken und es sind weitere Studien notwendig, um diese Beobachtungen zu bestätigen. Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure scheint jedoch einen günstigen Einfluss auf das Risiko von Krebserkrankungen zu haben.
 
Wer die ausreichend Folat/Folsäure zu sich nimmt, hat wahrscheinlich ein geringeres Risiko für Krebskrankheiten, insbesondere für Dickdarmkrebs

Bitte daran denken: Regelmäßig an Krebsvorsorgeuntersuchungen teilnehmen
 
 
Folat/Folsäure könnte vor Altersdemenz und Depressionen schützen

Zu viel Homocystein schadet dem Gehirn

Ein erhöhter Homocysteinspiegel ist nicht nur für das Herz-Kreislauf- System ein Risikofaktor. In Beobachtungsstudien wurde festgestellt, dass Personen mit einem erhöhten Homocysteinspiegel im Blut ein doppelt so hohes Alzheimerrisiko hatten wie Personen mit normalem Spiegel. Zudem litten Personen mit unzureichender Folat/Folsäureversorgung häufiger an einer Depression und sie sprachen schlechter auf antidepressiv wirkende Medikamente an. Es scheint daher die Möglichkeit gegeben, dass man das Risiko für Demenzerkrankungen und Depressionen durch eine ausreichende Folat/Folsäureversorgung günstig beeinflussen kann. Allerdings sind weitere Studien zu diesem Thema notwendig, um diese Beobachtungen zu bestätigen und nachzuweisen, dass Folsäuregaben eine wirksame Maßnahme sind.
 
Folat/Folsäure scheint das Risiko an einer Demenzkrankheiten und Depression zu erkranken zu reduzieren.

 
 
Folat/Folsäure-Defizite in Deutschland beheben

So stimmt Ihre Folat/Folsäurezufuhr .

Essen Sie täglich frisches Gemüse und Obst - am besten fünf Mal am Tag und zum Teil als Rohkost. Blattsalat, Spinat, Weißkohl, Tomaten und Orangen enthalten reichlich Folat. Auch Getreideprodukte aus Vollkorn wie Vollkornbrot, -nudeln, -reis und -flocken helfen, die Folatversorgung zu sichern. Garen Sie die Lebensmittel möglichst kurz und schonend (zum Beispiel durch Dünsten oder Dämpfen), verwenden Sie das Kochwasser, um eine Soße zu bereiten. Halten Sie Speisen nicht unnötig warm und vermeiden Sie es, Gerichte wieder aufzuwärmen.
Falls Sie den Eindruck haben, nicht genügend Folat über die Nahrung zu bekommen, zum Beispiel weil Sie wenig Obst und Gemüse oder viel außer Haus essen, kann eine gezielte Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Verwenden Sie daher entweder mit Folsäure angereicherte Lebensmittel, insbesondere Grundnahrungsmittel wie Salz und Mehl, die mit Folsäure angereichert sind. Es gibt inzwischen auch eine Vielzahl an Lebensmitteln, denen unterschiedliche Folsäuremengen zugesetzt sind - vor allem Frühstückscerealien, Milchprodukte und Multivitamingetränke. Eine umfassendere Liste können Sie auf der Internetseite www.healthcare-bayern.de finden. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Folsäure-versorgung ist die Verwendung von mit Folsäure angereicherten Lebensmitteln, insbesondere von Grundnahrungsmitteln wie Salz und Mehl. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Lebensmitteln, denen willkürlich hohe Folsäuremengen zugesetzt sind - vor allem Frühstückscerealien, Milchprodukte und Multivitamingetränke. Folsäure in Form von Tabletten (z.B. als Monopräparat oder in Fom von Multivitamintabletten) zu sich zu nehmen, stellt eine weitere Möglichkeit dar. Experten raten aber von einer unkritischen Auf-nahme ab, da die Folsäureaufnahme mittels der unterschiedlich angereicherten Lebensmittel sowie Präparaten leicht unberechenbar werden kann. Folat/Folsäure ist ein Vitamin, dass in der Regel auch in höheren Dosierungen nicht zu Gesundheitsschäden führen kann. Diese sind nur in sehr seltenen Fällen denkbar, wenn bei einem bestehenden Vitamin B12 - Mangel gleichzeitig hohe Folsäuremengen aufgenommen werden.
 
 
Folatvorkommen in verschiedenen Lebensmitteln (Auszug)
µg Folat/ Portion µg Folat/ 100g µg Folat/ Portion µg Folat/ 100g
Obst
(1 Portion = 150g)
Apfel 12 8
Apfelsine 44 29
Avocado 45 30
Banane 21 14
Birne 21 14
Dattel, getrocknet 32 21
Erdbeer 65 43
Feige, getrocknet 21 14
Himbeere 45 30
Honigmelone 45 30
Kirsche, sauer 113 75
Kirsche, süß 78 52
Mango 54 36
Weintraube 65 43
 
Obstsäfte
(1 Portion = 200ml)
Orangensaft 40 20
Orangensaft, frisch 82 41
Zitronsensaft, frisch (1800) 900
 
Nüsse, Samen & Keime
(1 Portion = 20g)
Erdnuss 34 169
Haselnuss 14 71
Kokosnuss 6 30
Mandel 9 45
Pistazie 12 58
Walnuss 15 77
Weizenkeime 104 520
Salat, Gemüse,& Hülsenfrüchte
(1 Portion = 200g)
Blmenkohl 176 88
Bohne, weiß, trocken 364 187
Bohnen, grün 140 70
Broccoli 228 114
Chinakohl 132 66
Endivie 218 109
Erbse, trocken 302 151
Feldsalat 290 145
Fenchel, Blatt 200 100
Grünkohl 374 187
Gurken 30 15
Kartoffel 44 22
Kichererbse, trocken 680 340
Kohlrabi 140 70
Kopfsalat 118 59
Lauch 206 103
Linsen, trocken 336 168
Möhre 52 26
Paprikaschote 114 57
Rosenkohl 202 101
Rote Rübe 166 83
Rotkohl 70 35
Sauerkraut 62 31
Sellerie, Knolle 152 76
Sojabohne, trocken 480 240
Sojasprossen 320 160
Spargel 216 108
Spinat 290 145
Tomate 44 22
Weißkohl 62 31
Wirsingkohl 180 90
Zuckermais 86 43
 
µg Folat/ Portion µg Folat/ 100g µg Folat/ Portion µg Folat/ 100g
Getreide & Backwaren
(1 Portion bzw. Scheibe = 50 - 80g)
Brötchen 22 36
Eierteigwaren 18 22
Haferflocke 44 87
Knäckebrot (10g) 9 88
Reis, poliert 9 11
Reis, unpoliert 13 16
Roggenbrot 8 16
Roggenmischbrot 16 32
Roggenvollkornbrot 7 14
Weißbrot 11 21
Weizenvollkornbrot 15 29
 
Eier, Milch & Milchprodukte
(1 Portion = 250ml / 1 Scheibe = 30g)
Buttermilch 13 5
Camembert 50% Fett i. Tr. 17 56
Ei (1 Stück = 60g) 40 67
Emmentaler 45% Fett i. Tr. 3 9
Gouda 45% Fett i. Tr. 7 21
Joghurt 3,5% Fett (150ml) 20 13
Magerquark 40 16
Milch, 1,5% Fett 11 5
Milch, 3,5% Fett 13 5
Mozzarella (60g) 6 10
Parmesan 6 20
Fleisch & Innereien
(1 Portion = 150g)
Huhn, Brust 14 9
Hühnerleber 570 380
Kalbfleisch 8 5
Kochschinken 8 5
Rindfleisch 5 3
Rinderleber 363 242
Schweinefleisch 5 3
Truthahn, Brust 11 7
 
Fisch
(1 Portion = 150g)
Aal 20 13
Forelle 14 9
Garnele, Krabbe 18 12
Hering 17 11
Kabeljau 12 8
Lachs 5 3
Lachs in Dosen 21 14
Rotbarsch 3 1
Scholle 17 11
Seelachs 5 3
Thunfisch, in Öl 8 5
 
 
Weitere Information erhalten Sie unter
 
 
Wissenschaftlicher Beirat der Bayerischen Folatinitiative

Prof. Dr. med. Klaus Friese

Direktor der I. Universitätsfrauenklinik Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 
Prof. Dr. Volker Hingst

Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
 
 
 
Prof. Dr. med. Joerg Hasford

Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 
Prof. Dr. Hans Hauner

Lehrstuhl für Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
 
 
 
Prof. Dr. med. Berthold Koletzko

Dr von Haunersches Kinderspital LMU Universität München, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
 
 
 
Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Schwartz

Direktor Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung Medizinische Hochschule Hannover
 
 
 
Prof. Dr. Peter Scriba

Emeritierter Direktor der Medizinische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprecher Arbeitskreis Jodmangel (www.Jodmangel.de), Stellv. Vorsitzender Sachverständigenrat f. d. Gesundheitswesen (www.svr-gesundheit.de)
 
 
 
Prof. Dr. med. Rüdiger von Kries

Abteilung für Epidemiologie im Kindes- und Jugendalter, Schwerpunkt Gesundheitsforschung, Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 
 
Wir danken folgenden Partnern für die Zusammenarbeit bei dieser Aktion
 
BKK Landesverband Bayern, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, ahr, Aurora, Bad Reichenhaller, HypoVereinsbank BKK, HypoVereinsbank
 
 
Kontakt
 
Herausgeber:
Bayerische Folatinitiative
c/o Health Care Bayern e.V.
Züricher Str. 27
81476 München
Tel + 49 (0) 89 55 26 59-78
Fax + 49 (0) 89 55 26 59-79
www.healthcare-bayern.de
 
 
 
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